Tunesien  /  Algerien   1977
                                  
Juli / August 1977
 
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Max, Willi, Hans und ich (Jürk) haben uns 1977 gemeinsam einen VW Bus (Bulli 1) in Innsbruck gekauft um die kleine Runde um das Mittelmeer in sechs Wochen zu fahren. Italien, Tunesien, Algerien, Marokko, Spanien, Frankreich und zurück nach Innsbruck war geplant.
Für die afrikanischen Länder war schon damals ein "Carnet de Passage" nötig. Dieses bekam man 1977 beim ÖAMTC. Der Bus war recht billig und Willi hatte Bedenken ob wir damit die Runde schaffen werden.  So hatten wir vorsichtshalber am Dach eine große Kiste mit Ersatzteilen für den Bus dabei.
 
Wie das Schicksal so will dauerte die Reise gerade einmal drei Tage. Wir fahren am frühen Morgen auf der italienische Autobahn vor "Reggio de Calabria"  und wollten mit der Fähre nach Sizilien übersetzen.

Ein Schlag im Motor und vorbei war es erstmal mit Sizilien.

Willi war der Erste der die Lage realistisch erkannte und sucht nach dem Werkzeugkoffer.

Auf der Autobahn war der VW-Motor bald ausgebaut und lag zerlegt auf dem Pannenstreifen.
 

Oh je.  Ein Ventil war gebrochen und hatte den Kolbenboden durchschlagen.

Willi war guter Dinge, da er auch einen Ersatz-Zylinder und Kolben mit eingepackt hatte.

Oh je.  Auch das Pleuel war komplett verbogen und dafür hatten wir keinen Ersatz dabei.  

 

Da war kein Reparieren am Pannestreifen möglich, wir mussten ein Pleuel besorgen. Als der ACI
(ÖAMTC von Italien) uns von der Autobahn abschleppte, hat er gehörig gestaunt. Der zerlegte Motor lag am Pannenstreifen und alle Teile mussten auf dem Abschleppwagen verstaut werden. 
 
Wir haben ein neues Pleuel besorgt.  In vier Tagen haben wir den Motor vor dem Bahnhof in "Reggio de Calabria" wieder zusammen gebaut.
Der Motor läuft wieder. Zufrieden nach der Arbeit planen wir die Weiterreise nach Tunesien.
In Tunesien angelangt genießen wir Land und Leute und die Oasen von Gafsa und Tozeur.
Endlich nur noch Urlaub ...
Hier ging es nicht weiter.
Am Chott el Jerid beginnt unser VW-Motor wieder unangenehme Töne zu erzeugen.  Doch es nützt nichts, wir ziehen weiter.
Dies waren meine ersten Wüsten-Erfahrungen.  Bis heute (2026) faszinieren mich Wüsten und wir haben inzwischen fast alle Wüsten der Welt bereist.  
Typische Szene am Morgen: Willi liegt unter dem Bus und wir trinken Kaffee. 
Über El Oued,  Touggourt und Algier erreichen wir Oran.
Ab Algier wird das Motorgeräusch so heftig, als würde ein Hammer auf einen Ambos schlagen.
 
Es nützt nichts, wir müssen den Motor auf einem sandigen Rastplatz wieder ausbauen und nach der Ursache suchen.  

Oh je. Zwei Pleuel-Lager sind aufgerieben, da die Schmierung durch verstopfte Öl-Leitungen unterbrochen war. 

Da hilft nur zwei Zylinder und zwei Pleuel ausbauen, die Steuer-Stössel ausbauen und mit nur zwei Zylindern weiter zu fahren.

Nun bleiben von unserem  1,5 Liter Motor ( BJ 1967) der eigentlich 44 PS hat,  nur noch 22 PS übrig. 

In Oran können wir unseren Bulli 1  über die steile Rampe auf die Fähre nach Marseille schieben und Algerien verlassen.

Vorher im Hafen lassen wir noch unser "Carnet de Passage" abstempeln. Hätten wir den Bulli 1 in der Wüste liegen lassen müssen, so hätte uns das viel Ärger und Zoll gekostet.
 

Zwei Wochen früher als geplant hat unser Urlaub geendet und mit nur 2 Zylindern rollen wir vom Brenner hinunter nach Innsbruck. 
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